Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...

Donnerstag, 25. Juli 2013

Am Abend auf der Heide - oder: Herbert Ernst Groh - Der deutsche Operettentenor

Um auch mal wieder Männerstimmen zu berücksichtigen, gibt es heute Aufnahmen von Herbert Ernst Groh. Einem Leser, mit dem ich mich über meinen Beitrag über die Wiener Operette austauschte, schrieb ich, dass in den 60er-Jahren ständig Operetten-Konzerte im Radio kamen, die ich als Kind hasste, und dass mir das die Operette verleidet hat. Ein paar Ausnahmen muss ich aber doch machen: Richard Tauber habe ich immer sehr geschätzt, selbst wenn er Operette sang. Und vor ein paar Jahren kaufte ich auf einem Flohmarkt eine LP mit Aufnahmen von Herbert Erst Groh, die sich bei mir zu Ohrwürmern entwickelten. Diese LP möchte ich hier teilen. Es war eine Historia Top Classic-LP von 1970 aus der Serie "Lieblinge einer Generation" - ein Billiglabel, auf dem in den 70ern historische Aufnahmen vermarktet wurden.


Ich habe keine Diskographie von Herbert Ernst Groh, aber ich schätze, dass die meisten Aufnahmen aus den späten 30er Jahren und den frühen 40er-Jahren stammen. Herbert Ernst Groh hat Unmengen an Aufnahmen gemacht, das meiste davon Schlager und Operetten. Er war wohl der Sänger der Schellackzeit, der die meisten Aufnahmen hinterlassen hat - Schätzungen gehen von ca. 1000 Titel aus, die ab ca. 1930 für Odeon und Parlophon entstanden. Früher, als ich noch aktiv nach Schellackplatten suchte, ließ ich diese Titel immer liegen (außer ein paar wenigen Operntiteln). Für mich als Sammler galt Groh damals nicht besser als Rudi Schuricke, während er für viele Deutsche in den 30ern (und für die nationalsozialistische Regierung) der legitime Nachfolger des als Operettensänger sehr beliebten Richard Tauber war, der als Jude Anfang der 30er-Jahre Deutschland verlassen hatte. Heute gefällt mir vieles von Groh besser als damals (man wird alt...), aber alle 1000 Aufnahmen von Groh möchte ich auch nicht hören (müssen). Dieses Album hier hat mir aber in den letzten Jahren immer viel Spaß gemacht und begleitet mich auf meinem IPod...

Hier sind die Titel:



DOWNLOAD 4shared


Obwohl Groh so populär war, lässt sich über sein Leben nur wenig in Erfahrung bringen. Im folgenden stelle ich einige Fakten zusammen.



Herbert Ernst Groh (1905-1982)



Herbert Ernst Groh was born 1905 in Luzern (Switzerland) as son of a German father and a Swiss mother. He began early with singing and gave his first concert at the age of 13. He made his debut at the Theater at Darmstadt (1926 or) 1927 and 1928, where he sang i.e. the duca in Rigoletto or Chapelou in "Le Postillon de Lonjumeau". 1928 brought him to a successful tour to Italy, where he got famous as operetta tenor. Among his first recordings was a duet with Pia Tassinari (under the nom du disque Pia Rossi) as "Ernesto Groh". 1930 he got exclusive artist of the Lindström trust (Odeon and Parlophone), and then his career as a record tenor with Schlager and Operetta began. He was very popular at the Rundfunk and was often heard on the radio. He gave operetta concerts and sang the Alfred in Fledermaus for a few years between 1933-1935 at the Berlin Admiralspalast. He also made films between 1933 and 1942 - from which I found nothing at YouTube. During the war he was busy at the troop support and gave concerts for soldiers. One year after the war he was already again on tour with Robert Stolz to make the Germans forget the horrors of the war and the destroyed cities. There was a strong German tendency of denying or forgetting the war and the past with fleeing into the world of operetta - this might be the reason why I, child of the sixties and "progressive", didin`t like operetta and my grandparents and uncles who sat at the radio on Sundays instead of playing with us children...

After the war Groh was still very successful and added to his ca. 1000 shellac titles dozens of LPs with operetta cross sections with all the successful artist in the 50ies and early 60ies. In 1968, when in Germany the student revolt began, he made a tour to USA where he was very successful in "My fair Lady". He died on his manor in Norderstedt near Hamburg on July, the 29th 1982, that is 31 years ago.

Here I present an old LP from 1970 with historical recordings (from the 30ies and 40ies). I like it meanwhile and have much fun with it. My top hit is "Am Abend auf der Heide" (At evening on the heath, there we kissed each other...), but the other titles are much fun, too.

Just to show that he was also good in Opera (I read that he even sang Don José in a Carmen-cross section in the 60ies), here is the Butterfly duet with Maria Cebotari from December 1935:







Herbert Ernst Groh in younger years

DOWNLOAD LP MP3 (same as above)

Donnerstag, 18. Juli 2013

100.000 Page views - so what? / na und?

Heute habe ich erreicht, worüber sich jeder Blogger freut: 100.000 Seitenaufrufe verzeichnet mein Zähler bei Blogspot. Zum Jahresanfang waren es erst 47.000. Habe ich so viele neue Besucher gewonnen? Wenn man seine Statistiken beobachtet, muss man sagen: leider nein! Der neue Trend scheint zu sein, dass bestimmte Webseiten dutzendmal hintereinander Blogseiten aufrufen, um in den Besucherstatistiken des Blogs aufzutauchen und damit zu bewirken, dass neugierige Blogbetreiber diese Seiten dann anklicken.

Und was bekommt man dann zu sehen? Schlankheitsmittel, die hebräische Website eines Schädlingsbekämpfungsunternehens (www.norcalvex.org) und einmal sogar eine Pornoseite. Da diese Seiten nur einige wenige Beiträge immer wieder erneut aufrufen, bringen sie auch die Statistiken über die meistgelesenen Seiten durcheinander. Das finde ich besonders schade. Seit einige Beiträge wie Lotte Lehmanns Dichterliebe oder der Artikel über Richard Crooks an einigen wenigen Tagen teilweise mehrere hundert mal aufgerufen wurden, sind diese in der "Hitparade" natürlich stark gestiegen. Das wahre Interesse der Leser spiegelt das nun leider nicht mehr.

Normalerweise hat dieser Blog ca. 200 bis 300 Seitenaufrufe pro Tag. In Zeiten der der "Attacke" waren es bis zu 1800 Aufrufe. Anscheinend ist das eine neue Form von Spamming und genauso sinnlos wie dieses. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein einziger Blogbetreiber ein Schlankheitsmittel von solch einer aufdringlichen Seite kaufen würde. So ist es einfach nur Dreck, der in die Welt gesetzt wird und stört und sinnlos beschäftigt. Es sind also keine Verkäufer, sondern eher Zerstörer, die so etwas programmieren...

Vor hundert Jahren hatte man solche Probleme noch nicht. (Dafür steuerte alles auf den ersten Weltkrieg zu.) Das Bild auf der Postkarte ist von dem Maler Tade Styka (1889-1954) und ist für den Salon 1913 in Paris gemalt. Es zeigt die Portraits von Enrico Caruso, Titta Ruffo und Fedor Schaljapin.


Ruffo, Caruso und Chaliapine - Gemälde von Tade Styka



I should be glad that this blog has now reached 100.000 page views, as the blogspot counter says. In the first year this blog had 47.000 visits, and now, only half a year later, 100.000! But: I have watched the statistics and found out, that there are times when only a few websites call up a certain article some hundred times a week. I think they want to get into my statistics of visitors and make me click on the link of the visiting site because I get curious who appreciates me so much...

If you click on the link, you'll find there: the ultimate way of loosing 12 kg in three weeks or porn sites or the hebraic site of a company for pest control. It is just a new kind of spam: useless, boring, producing senseless action. I cannot imagine who has benefit from action like that. It is just annoying people. For me is the worst that my blog statistics (mostly read articles) now no longer represent the favourite themes of my readers. It is just blind chance which article has a high ranking, because the attacking websites only picks a handfull of articles and makes them seem beeing appreciated by connaisseurs. Only through attacks like this the Richard Crooks posting or the Lehmann Dichterliebe has made it to such a high place in the hitparade...

I don't like that.







------------------------------------------------------------



PS. If you are interested in early Bayreuth Wagner singing: The 12 CD-Box which I mentioned here
http://recordplayer78.blogspot.de/2012/07/bayreuth-1927.html
is again available under a new design and cover, but the same content. I hope that the thick booklet is also the same...




40 EUR for 12 CDs with the rarest of the rarest recordings is a bargain...
Amazon-Angebot



Montag, 15. Juli 2013

Grete Stückgold - Frühe Aufnahmen

Grete Stückgold zu Beginn der 20er-Jahre


Grete Stückgold wurde als Tochter des Direktors der Kabel-Werke in Nordenham (England) und einer Engländerin in London geboren und wuchs so in einem zweisprachigen Haushalt auf. Sie kam 1913 nach Deutschland, um Gesang zu studieren und ging zu dem damals bekannten Gesangspädagogen Jacques Stückgold, der seine junge und begabte Schülerin schließlich heiratete. Sie begann ihre Karriere als Konzert- und Oratoriensängerin und debütierte 1915 oder 1917 (die Angaben im Sängerlexikon sind hier widersprüchlich), noch mit ihrem Mädchennamen Gretchen Schneidt, als Konzertsängerin (?) auf der Bühne des Nürnberger Stadttheaters. 1922 kam sie an die Städtische Oper Berlin. Dazwischen scheint sie auch nach München verpflichtet worden zu sein, da die Schallplattenaufnahmen für Grammophon von 1921 "Grete Stückgold, München" angeben. Ich habe gelesen, dass sie auch auf den Münchner Opernfestspielen sang, eine Jahreszahl konnte ich jedoch nicht finden. 1926 bis 1929 gastierte sie neben der Tätigkeit in Berlin in Dresden und begann eine internationale Karriere mit einer erfolgreichen Tournee mit Liederabenden nach England 1926 und Auftritten in Covent Garden und in Lissabon. Am 8.VI.1929 sang sie an der Kroll-Oper in der Uraufführung von "Neues vom Tage" von Paul Hindemith, zusammen mit Rose Pauly, Sabine Kalter, Artur Cavara, Dezsö Ernster, Fritz Krenn und Erik Wirl unter der Leitung von Otto Klemperer.

Nachdem sie 1927 erstmals an die Met in New York engagiert war, verlagerte sich ihr Lebensmittelpunkt immer mehr in die USA. Dies lag auch daran, dass sie mit dem dort ebenfalls engagierten Bariton Gustav Schützendorf zusammenkam, den sie nach ihrer Scheidung von Jacques Stückgold 1929 heiratete. In ihrer ersten Saison sang sie an der Met die Eva in den Meistersingern (Debüt, mit Gustav Schützendorf als Beckmesser), Elsa, Octavian im Rosenkavalier sowie die Aida. (Ab 1929 übernahm sie im Rosenkavalier statt des Octavian die Partie der Marschallin.) In einem Konzert an der Met sang sie 1927 auch noch die Arie der Agathe aus dem Freischütz. Insgesamt sang sie in 56 oder 57 Vorstellungen in acht Spielzeiten. Es ist interessant, sich die Liste ihrer Auftritte anzuschauen und zu sehen, mit wem sie dort zusammen sang! Das Internet macht es möglich:
LINK
Bei manchen Aufführungen wäre man gerne dabeigewesen... Mir ist nicht bekannt, ob es Rundfunkmitschnitte von ihrem Wirken dort gibt. Der letzte Auftritt an der Met war am 29.I.1939 als Elisabeth im Tannhäuser. Was danach aus ihr wurde, ist nicht leicht herauszufinden. Hinweise zeigen, dass sie sowohl als Gesangslehrerin arbeitete als auch weiterhin Liederabende gab und auftrat. Vielleicht können hier Leser aus den USA weiterhelfen.

Die Aufnahmen ihrer schönen jugendlich-dramatischen Sopranstimme erschienen bei der deutschen Grammophon und bei Vox zwischen 1921 und 1924, wo sie für beide Plattenfirmen parallel ein ähnliches Repertoire aufnahm. Die Platten aus der spätakustischen Zeit sind heute alle relativ selten, da damals nach dem ersten Weltkrieg wenige Menschen Geld hatten, die recht teuren Platten zu kaufen, und nach der Einführung des elektrischen Aufnahmeverfahrens um 1927 viele der erst kurz vorher, aber mit einem "veralteten Verfahren" aufgenommenen Schallplatten kaum noch verkäuflich waren. Mir sind keine elektrischen Aufnahmen mit Opernrepertoire von ihr bekannt. Ihre faszinierenden Spätaufnahmen aus den USA mit Liedern werde ich ein einem zweiten Teil vorstellen.

Hier habe ich zunächst einmal alle akustischen Aufnahmen, die mir z.Zt. zugänglich sind, zusammengestellt. Sie stammen teils von einer Preiser-LP, teils aus meiner eigenen Sammlung.


"Grete Stückgold, München" auf Schallplatte Grammophon

Grete Stückgold auf Vox



Die Playlist:

Oper:

1.  Figaros Hochzeit: O säume länger nicht, geliebte Seele (Mozart)
     Grammophon Mx. 302 as, 19232 (Anfang 1921)
2.  Mignon: Kam ein armes Kind von ferne (Thomas)
     Grammophon Mx. 369 as, 19239 (1921)
3.  Mignon: Kennst Du das Land (Thomas)
     Vox Mx. 1216 A, *02217 (ca. 1921/2)
4.  Martha: Letzte Rose (Flotow)
     Vox Mx. 1218 A, *02217 (ca. 1921/2)
5.  Ernani: Ernani, Ernani involami (Verdi)
     Vox Mx. 2769 A, *02203 (1924)
6.  Othello: Sie saß mit Leide (Verdi)
     Grammophon Mx. 366 1/2 as, 65617 (1921)
7.  Othello: Gebet der Desdemona (Verdi)
     Grammophon Mx. 367 as, 65617 (1921)
8., 9. Aida: Ich seh Dich wieder, meine Aida + FRITZ KRAUSS (Verdi)
     Vox Mx. 1839/40 A, *02196 (1922)
10. Lohengrin: Einsam in trüben Tagen (Wagner)
     Vox Mx. 1215 A, *02215 (1921/22)
11. Tannhäuser: Allmächt'ge Jungfrau (Wagner) **
      Vox Mx. 1217 A, *02215 (1921/22)
12. Die Walküre: Der Männer Sippe (Wagner)
     Vox Mx. 2768 A, *02203 (1924)

"Lieder" (alle mit Orchesterbegleitung)

13. Ich liebe Dich (Grieg)
      Vox Mx. 1842 A, *2166 (1922)
14. Gesang Weylas (Wolf)
      Grammophon Mx. 2403 ar, 62448 (1923)
15. Er ist's (Wolf)
      Grammophon Mx. 1135 ar, 62448 (1921)
16. Morgen (Strauss)
      Grammophon Mx. 354 as, 65596 (1921)
17. Ich ging mit Lust durch einen grünen Wald (Mahler)
      Grammophon Mx. 353 as, 65596 (1921)

** in the tags of the downloadable recording wrongly given as Matrix 1115 A. Sorry, but I did not want to upload everything again just because of one wrong cipher...

DOWNLOAD MP3  http://www.4shared.com/zip/U_5giUkP/Grete_Stckgold_-_Frhe_Aufnahme.htm

Download MEGA Okt. 17

Grete Stückgold gebührt der Verdienst, als erste Sängerin zwei Lieder von Gustav Mahler für die Schallplatte aufgenommen zu haben (1921). Eines dieser Lieder ist hier zu finden (Nr. 17). Das zweite, "Wer dies Liedlein hat erdacht", ist mir z.Zt. nicht zugänglich.


Fritz Krauss, ihr Tenorpartner im Aida-Duett


Above you can find a playlist with recordings of Grete Stückgold, which were made in the years 1921 - 1924 in Berlin for the German Grammophon and Vox. In a second part I will introduce the late Lied recordings of Grete Stückgold. If you have any informations about her career at the Met (1927 - 1939), any surviving broadcasts and informations about her later concerts, I would be glad to receive your e-mail or comment (i.e. with links to other sources etc.). Thank you!


http://www.4shared.com/zip/U_5giUkP/Grete_Stckgold_-_Frhe_Aufnahme.htm

PS. Bei den MP3-Dateien sind in den Tags die Matritzennummern von Nr. 3 und 4 verwechselt worden (oben steht es jetzt richtig). Wer es ganz genau möchte, sollte das bei sich noch korrigieren - ich ändere die Datei jetzt nicht...