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Freitag, 22. März 2013

Frida Leider (1888-1975) - Liedaufnahmen 1941-44

Frida Leider was one of the great Wagner singers of the 20th century. Her duet from Tristan and Isolde with Lauritz Melchior is one of the legendary recordings of all times. Leider also was able to sing Italian opera very well but was not longer asked to do it when her Wagner singing became such an international success that she was always asked to sing only a few roles, in the first line the Isolde.


Frida Leider: Das war mein Teil - Erinnerungen einer Opernsängerin (Edition from 1981)





Frida Leider was not in harmony with the Nazi regime, because she was married to the Jewish violinist and conductor Rudolf Deman, who once was Konzertmeister of the Berlin State opera and  was forced to leave Germany in 1938. It was in this year that Frida Leider appeared in opera for the last time. In 1940 while beeing in Germany apart from her husband and not having much to do, she began to sing Lieder. Her neighbor Heinrich Schlusnus had recommended her to do so, and the pianist Michael Raucheisen trained her on that job and became her accompanist. Her first concerts in the season 1940/41 were very successful, and so the Electrola cut a few sides with Lied recordings of her in 1941, which sold relatively well in Germany, (which was rather isolated at that time), but had no wide circulation due to the war.


Frida Leider Liederabend 21.XI.1943 (from the book)



Four other Lieder were recorded in 1942 but were never published. The matrixes were lost during the war, but Frida Leider still had fine test pressings. These recordings were published by Preiser in the 70ies on an LP, which I present here. The forth Electrola recording of "Mignon" from Hugo Wolf was withheld by Frida Leider because of artistical reasons: she was forced to sing it too fast in order to fit on a record side, and she later refused publication.


Portrait of the late Frida Leider - from the back of the book

The second side of the LP was filled with Schumann Lied-recordings from the later so called "Raucheisen-Edition" for the German broadcast in 1944. Michael Raucheisen tried to record with the best German singers for the Reichsrundfunkgesellschaft every German Lied from all the famous or semi-famous composers. This project was later stopped by the more and more raging war, but recordings were made in Berlin until the beginning of 1945. Not all have been saved, but on a (highly recommended and very cheap) CD-Edition the leftovers of this project can be heard on 66 (!!) CDs. The recordings given here from the Preiser LP are NOT to be found on this CD-Edition, which contains i.e. 8 CDs with Loewe Ballads and 8 CDs with Hugo Wolf-Liedern, but only four Schumann CDs.

CD-Edition at Amazon





Here you find the tracks (from the Preiser-LP LV 145), the download link and, below, the German sleeve notes.






DOWNLOAD MP3 256 KB/s




Der Text zur LP für die deutschen Leser:

Frida Leider nimmt in der Reihe hervorragender hochdrama­tischer Sopranisten eine Sonderstellung ein. Ihr gelang in besonderem Maß die Vermenschlichung der Wagner-Heroinen und sie schuf damit einen neuen Sängertyp, der heute in ge­radezu glückhafter Weise von Birgit Nilsson verkörpert wird. So wie dieser war es Frida Leider möglich, sich im italieni­schen Fach ebenso zu bewähren, wie im Wagner-Repertoire. Die am 18. April 1888 in Berlin geborene Sängerin arbeitete zunächst als Angestellte in einer Berliner Bank und studierte in ihrer Freizeit Gesang. Sie schloß ihre Ausbildung bei Otto Schwarz in Berlin ab. 1915 debütierte sie am Stadttheater von Halle als Venus im „Tannhäuser". Ihr nächstes Engagement brachte sie 1916 nach Rostock, wo sie bis 1918 blieb. Das dor­tige Stadttheater verfügte jedoch über keinen Heldentenor, so daß Frida Leider in erster Linie in italienischen und in Mozart-Opern sang. 1918 erfolgte ein Engagement an das Opernhaus von Königsberg, 1920 wurde die Künstlerin an die Hamburgische Staatsoper berufen. Hier trat sie die Nachfolge von Thea Drill-Oridge, einer der bekanntesten Wagner-Sän­gerinnen zu Beginn unseres Jahrhunderts an. Ihr Debüt fand als Leonore im „Fidelio" statt, gefolgt von einer Aida, In drei Spielzeiten sang sie alle Wagner-Rollen, Ariadne, Donna Anna und verschiedene italienische Partien. 
1923 wurde sie Mitglied der Berliner Staatsoper, an der sie bald große Er­folge hatte. Unter Erich Kleiber sang sie in einer Neuinsze­nierung des „Fidelio" die Leonore.1924 erfolgte ihr Debüt an der Londoner Covent Garden Opera als Isolde im „Tristan". Frida Leider blieb ein gerngesehener Gast in London, wo sie auch in italienischer Sprache als Donna Anna, Troubadour-Leonore und als Armide zu hören war. 1928 sang sie erst­malig bei den Bayreuther Festspielen. Im gleichen Jahr de­bütierte sie an der Oper von Chicago als Brünnhilde in der „Walküre". Für vier Spielzeiten war sie einer der größten Stars dieses Institutes und sang dort Isolde, Venus, Leonore, Recha, Amelia, Kundry, Marschallin und Mona Lisa. Nach Ablauf ihres Vertrages wurde sie sofort an die Metropolitan Opera engagiert, an der sie am 16. Januar 1933 als Isolde debütierte. Hier blieb sie jedoch nur zwei Spielzeiten und war ausschließlich im Wagner-Fach zu hören. 1931 erschien sie am Teatro Colon von Buenos Aires, 1927 trat sie zum ersten Mal an der Mailänder Scala mit einer italienisch gesungenen Brünnhilde auf. 
1938 fand ihre Opernkarriere ein jähes Ende; Frida Leider war mit dem Konzertmeister der Berliner Staats­oper Rudolf Deman verheiratet, der als Nichtarier 1938 in die Schweiz emigrieren mußte. Von diesem Moment an, be­trat die Künstlerin nicht mehr die Bühne. Dem bekannten Begleiter Michael Raucheisen war es zu danken, daß die Stimme der Sängerin weiter erklingen sollte. Er überredete Frida Leider dazu Lieder einzustudieren und mit ihm gemein­sam wieder vor die Öffentlichkeit zu treten. Ihr letztes Auf­treten als Konzertsängerin erfolgte am 16. Februar 1946; ein gemeinsamer Liederabend mit ihrer Freundin und Kollegin Margarete Klose. In späteren Jahren widmete sich die Künst­lerin der Opernregie; die Krönung ihrer Arbeit war eine Tristan-Inszenierung unter der musikalischen Leitung von Wilhelm Furtwängler.

Die Lied-Aufnahmen von Frida Leider gehören zum Kost­barsten, was das Medium Schallplatte bewahren zu ver­mitteln weiß. Aufgrund der aufsehenerregenden Konzerte der Künstlerin im Winter 1940/ 41 kam es zu einer Wieder­belebung der Zusammenarbeit mit dem Hause Electrola. Ver­mutlich im Januar 1941 wurden die ersten fünf Titel auf­genommen. Die erste Platte mit den beiden Schubert-Lieder erschien im März 1941 auf dem Markt, die zweite mit den drei Schumann-Liedern erst im September 1941. Der zweifellos große Erfolg dieser beiden Schallplatten führte im Jahre 1942 zu weiteren Aufnahmen der Gesellschaft. Bedauerlicher­weise blieben diese Titel jedoch in ihrer Originalform un­veröffentlicht. Zunehmende Materialknappheit und merk­liche Einschränkungen des Angebotes von Neuerscheinungen waren die Ursache dieses Versäumnisses. Die letzten Kriegs­jahre mit ihren Bombardements führten schließlich zur Ver­nichtung des gesamten Matritzenbestandes der Electrola in Berlin. Alle bis zu diesem Zeitpunkt unveröffentlichten Auf­nahmen waren unwiderbringlich verloren. Erst 1963, als man bei Electrola daranging, im Rahmen der Reihe „Die goldene Stimme", die großen Sänger ihrer Zeit nicht nur in ihren alten Aufnahmen, sondern auch in Form von erzähltem Leben zu dokumentieren und dabei natürlich auch Frida Leider vor das Mikrophon bat, stellte sich heraus, daß die Künstlerin einwandfreie Test-Pressungen der verloren geglaubten vier Titel besaß. Zwei dieser Lieder: „Der Nußbaum" und „Früh­lingstraum" wurden damals sofort für die Langspielplatte verwendet. In der vorliegenden Sammlung gelangt nun ein drittes Lied: „Wie glänzt der helle Mond" von Hugo Wolf zur Veröffentlichung. Ein weiteres Wolf-Lied „Mignon" (2RA5335) muß über ausdrücklichen Wunsch von Frau Prof. Frida Leider auch weiterhin unveröffentlicht bleiben, da diese Aufnahme durch die zeitliche Begrenzung der Originalplatte eine uner­wünschte Forcierung der Tempis mit sich brachte, die Frau Leider heute - im Zeitalter der perfekten Liedinterpretati­on - unvertretbar erscheint. So sehr wir den Wegfall dieses makellos gesungenen Liedes bedauern müssen, beugen wir uns doch in Ehrfurcht dem Urteil der verehrten großen Künstlerin.

Ergänzt wird diese Platte durch acht Schumann-Lieder, die Frida Leider im Jahre 1944 mit Michael Raucheisen im Haus des Rundfunks in Berlin aufgenommen hat. Michael Rauch­eisen hatte damals die Programmredaktion für die Gruppe „Musikalische Solisten" inne. Sein Fernziel war es, sämt­liche Lieder von Franz Schubert, Robert Schumann, Hugo Wolf und anderen deutschen Komponisten mit ausgewähl­ten Solisten vollständig einzuspielen. Dieses Projekt konnte jedoch nie verwirklicht werden.




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