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Sonntag, 30. Dezember 2012

1. Januar 1953 - R.I.P. Hank Williams - seit 60 Jahren

Am 1.Januar 2013 ist Hank Williams offiziell seit 60 Jahren tot. Ihm verdanke ich meine ersten entscheidenden musikalischen Eindrücke, und deshalb kommt hier meine kleine persönliche Hommage an diesen Künstler, der in seiner Person die amerikanische Volksmusik wie kein Zweiter verkörperte und der mir das Tor zu Country, Blues und Jazz schon als kleines Kind geöffnet hat.


Meine erste Hank Williams-Platte


"Meine" erste Platte von ihm war ein 10-inch Memorial Album mit acht Hits, das meinen Eltern gehörte und das sie von meinem Onkel aus Amerika bekommen hatten. Mit zwei Jahren durfte ich den Plattenspieler bedienen, und damit begann meine Plattenleidenschaft. Bereits als Dreijähriger war die Hank Williams-EP bei mir ein vielgehörtes Album. Mit 6 Jahren bekam ich eine Spielzeuggitarre geschenkt und spielte, ohne des Gitarrespielens mächtig zu sein, "Hank Williams", und wenn ich in der Grundschule gefragt wurde, wer mein Lieblingssänger sei, kannten die anderen Kinder Hank Williams leider nicht...

Das oben abgebildete Album werde ich hier nicht verbreiten, weil die Lieder alle bekannt sind. Dafür hatte mein Vater noch zwei seltenere Hank Williams-Singles, die ich hier teilen möchte.

Hank Williams Extended Play Single MGM-EP-608


Das eine war ein Auszug aus der LP "I saw the light" mit Country-Band, Fiddle, Orgel und Background-Gesang, das andere eine Single mit "First fall of Snow" und "Someday you'll call my name", die mich noch mehr beeindruckte: nur ein Mann und eine Gitarre, und doch tat sich eine ganze Welt auf... Die Texte verstand ich damals noch nicht so ganz (meine Eltern übersetzten mir ein bisschen), und doch war ich tief beeidruckt von der emotionalen Tiefe. Auch wenn ich aus heutiger Sicht die kommerziellen und schnulzigen Seiten daran bemerke, stehe ich doch dazu, dass ich die Stücke auch heute noch gerne höre. Vintage Amerikanische Volksseele...

Sehr ergreifend für einen Sechsjährigen - und auch heute noch: At the first fall of Snow


Später, in der Mitte meines bisherigen Lebens, sind noch zwei Platten dazugekommen, die ich hier auch wiedergebe: eine Schellackplatte und eine weitere Single, die laut http://www.hankwilliamsdiscography.com   erst 1964 veröffentlicht wurde. Die Angaben dort können aber nicht so ganz stimmen: Neben Hank Williams wird lediglich Hank Snow als (voc) angegeben. Es ist aber eine ganze Band (The Drifting Cowboys) mit Background-Chor dabei, und das dort angegebene Aufnahmedatum von Juli 1953 kann auch nicht richtig sein. Da war HW nämlich schon ein halbes Jahr tot. Oder ich verstehe die Diskographie nicht richtig. Denn für die EP-Single (Track 1-4) sind dort auch (Aufnahme?-) Daten für 1953 und 1954 angegeben. 


 
Meine einzige Schellackplatte von Hank Williams



Single von 1964 ??

Das wären dann meine Original-Tonträger von Hank Williams. Zu LP-Zeiten hatte ich natürlich auch ein paar Greatest-Hits-Alben von ihm und vor ein paar Jahren kaufte ich mir noch einen schön aufgemachten 10- CD-Set "The complete Hank Williams", der aber (zum Glück) noch lange nicht wirklich komplett ist. Wenn ich einmal viel Geld habe, kaufe ich mir vielleicht noch die Rundfunkaufnahmen, die bei Bear Family erschienen sind. Andererseits: wenn man 100 Lieder von Hank Williams kennt, kennt man eigentlich alle, und so bleibe ich meinem seit ein paar Jahren bestehendem Vorsatz treu, nur Material "in echt" (und nicht nur auf Festplatte) anzuhäufen, das ich auch wirklich häufiger höre und nicht nur "besitze".

Hier also meine private Hank Williams Playlist zum 60. Todestag. Die Qualität ist nicht immer die beste, aber auf der 10-CD-Box von Mercury klingen die meisten Aufnahmen auch nicht besser (Knistern und Nebengeräusche im Hintergrund).

HANK WILLIAMS Playlist (17.IX.1932 - 31.XII.1952 oder 1.I.1953)

1. I'm Gonna sing 
2. Message to my mother
3. Thank God (Rose)
4. The Angel of Death
5. The First Fall of Snow (Rose)
6. Someday you'll call my name (Branch-Hill)
7. They'll never take her love from me (Payne)
8. Why shouldn't we try anymore
9.  You better keep it on your mind
10. Low down Blues

1-4: MGM EP 608 (45 UpM) rec. ca. 1952 ? except (3) from 1949
5-6: MGM K 12077 (45 UpM), rec. 1949, released 1955
7-8: MGM 10760 (78 UpM), rec. Jan. and June 1950
9-10:MGM K 11675 (45 UpM), rec. ca. 1952 ? released 1964?

All Songs written by Hank Williams except otherwise noted.


Download 4shared new Dec. 13





Die Rückseite des Memorial Album mit einem rührseligen Brief des MGM-Produzenten an HW, der garantiert NICHT am 1.I.1953 geschrieben wurde... (This letter of his producer was surely NOT written on Jan. 1st. 1953)

Und so endete die Geschichte: Hank Williams starb auf einer 36-stündigen Fahrt zu einem Konzert, für die er einen 18-jährigen Taxifahrer engagiert hatte. Er war damals 29 Jahre alt, vermutlich schwer herzkrank, langjähriger Alkoliker und betrieb Missbrauch mit Schmerzmitteln gegen seine chronischen Rückenschmerzen. Ferner bekam er an seinem letzten Tag Morphium gespritzt und nahm Chloraldurat, ein Beruhigungs- und Betäubungsmittel. Am Abend des 31.12.1952 wurde er von zwei Hotelangestellten eines Hotels in Knoxville, wo er die Fahrt unterbrochen hatte, gegen 22.45 Uhr in das Auto getragen, das ihn zu seinem Konzert am 1.I.1953 nachmittags bringen sollte. Da er nicht ansprechbar war, war er evtl. da schon tot oder lag im Koma. Gegen 23.45 Uhr bemerkte der Fahrer, dass er blau angelaufen war. Er fuhr aber trotzdem weiter. Gegen 5.30 Uhr wurde offiziell sein Tod in einem Krankenhaus festgestellt. Der Tod könnte schon bis zu 6 Stunden früher eingetreten sein, hiess es dort. Deshalb ist es wahrscheinlich, dass Hank Williams bereits am 31.XII.1952 starb. Das offizielle Todesdatum ist der 1.I.1953.


Die Biographie von Colin Escott



Colin Escott schreibt zusammenfassend in seiner Biographie über ihn:

Das abschließende Paradoxon ist folgendes: Hank Williams hinterließ keine Tagebücher, fast keine Briefe und keine ausführlichen Interviews, und die Menschen, die ihn am besten kannten, müssen eingestehen, dass sie ihn in bestimmter Hinsicht überhaupt nicht kannten; aber trotz seiner Mehrdeutigkeit und Schemenhaftigkeit erscheint der wahre Hank Williams in seiner Musik mit erschreckender Deutlichkeit. Er entging der Schande, seine Besäufnisse und seine Affären in der Zeitung breitgetreten zu sehen, aber er hinterliess das Tagebuch seines Lebens in Versform und so überzeugend von ihm gesungen, dass wir das Gefühl haben, ihn gut zu kennen. In seinen besten Zeiten fasste er einen Augenblick oder eine Empfindung in Worte, die simpel genug waren, um sie schnell zu verstehen, aber gleichzeitg bedeutungsvoll genug, um sie immer wieder hören zu können. Das ist und bleibt die wichtigste Herausforderung an die populäre Musik.

Rückseite von EP 608










Above you find my private hommage to Hank Williams, whose music accompanies my life since my second year of life. I have made a little playlist with all the "originals" that I have in my stock exept the Memorial Album which contains only material everybody will know, who reads these lines. (And besides this: it is in no good condition - I played it to often as a little boy, when you had to put the tonearm without a lift on the record surface).

Hank Williams died on a one and a half day taxi ride to a concert sheduled for the first of January, 1953 in the afternoon. He was an alcoholic for many years and probably had a severe heart desease since a few months, which was untreated. He rode with a 18 year old taxi driver and stopped the journey because he wanted to drink alcohol, get a morphine injection because of his chronical backache, and took Chloraldurat, a strong anesthetic and pain reliever. He collapsed in Knoxville in a hotel, where he had made a stop on the journey. Two hotel employees carried him to the car at 10.45 p.m. He showed no reaction then and was maybe dead or dying at that point of time. The driver rode on, even if he noticed that Hank Williams lying on the back seat had become blue in the face, a symptom for acute lack of oxygene (or a sign of already occurred death). At 7 a.m. on Jan. 1st, 1953 his dead was confirmed in a hospital a few 100 miles further. His hands were already cold then, and the doctor said, that the dead might have occured about six hours before. So it is probable that he already died on Dec. 31st, 1952. As the official death date Jan., 1st 1953 is given. Even if 1952 was his most successful year regarded to record sales, he didn't have much money left at the time of his death. After his death his record sales were even bigger than during lifetime, and he soon became a legend.

Rest in Peace, Hank Williams!


Dienstag, 25. Dezember 2012

Auch nach fast 110 Jahren noch überzeugend: Emile Scaramberg (Tenor, 1863-1938)

Emile Scaramberg (1863-1938)

Vor einigen Jahren habe ich mir alle Aufnahmen des Tenors Emile Scaramberg, die ich finden konnte, aus verschiedenen Quellen zusammengestellt. Weil mich dieser Sänger immer noch fasziniert und weil seine Aufnahmen, die in den Jahren 1905 und 1906 entstanden, auch heute noch mit Genuss hörbar sind, stelle ich diese Auswahl hier vor.



Fast alle Aufnahmen erschienen auf Fonotipia


Emile Scaramberg (so ist der Name auf den Schallplatten geschrieben, an anderer Stelle z.B. auf Fotos wird er auch Scaremberg geschrieben) wurde am 26.IV.1863 geboren und debütierte 1893 an der Opéra Comique als Richard Löwenherz in Grétry's gleichnamiger Oper. 1907 verlor er seine Stimme und musste seine Karriere als Sänger aufgeben. Andere Quellen geben an, dass er aufgrund eines schweren Unfalls mit ernsten Verletzungen seine Bühnenlaufbahn aufgeben musste. In den zwei Jahren davor machte er ca. 30 Aufnahmen für Fonotipia, von denen manche unter dem Odéon de Luxe-Label erschienen. Kurz vor seinem Rückzug von der Bühne machte er ca. 1907 noch mindestens zwei Aufnahmen bei Disques Phrynis, einem Label, dass nach dem gleichen System wie Pathé aufnahm ("hill and dale", Disque Saphir).


Eine weiteres Label von Scaramberg von der japanischen Website


Das Sängerlexikon schreibt zu ihm:


Scaramberg, Émile, Tenor, * 1863 Besançon, † 26.2.1938 Besançon; er erhielt eine sehr sorgfältige Ausbildung am Institute Sainte-Marie in Paris (bis 1877) und bei dem Tenor É. Pellin in Paris, wurde dann aber Hornist in einer Militärkapelle. Nach weiterer Ausbildung durch Charles Nicot in Paris debütierte er 1893 an der Pariser Opéra-Comique in »Richard Coeur-de-Lion« von Grétry. Er blieb zwei Jahre an der Opéra-Comique und sang dann an den Opernhäusern von Nantes, Nizza, Marseille, Bordeaux und Vichy. Gastspiele führten ihn an die Covent Garden Oper London (1894), an die Oper von Monte Carlo und an die Hofoper von Moskau. In der Saison 1896-97 sang er an der Oper von Nizza als Partner der großen Primadonna Nellie Melba. 1897 gastierte er am Opernhaus von Antwerpen als Tannhäuser, 1898-99 trat er am Théâtre de la Monnaie in Brüssel auf. Er hatte dann aufsehenerregende Erfolge am Opernhaus von Lyon als Werther in der gleichnamigen Oper von Massenet. Bei einem Gastspiel in Bordeaux hörte ihn der Direktor der Grand Opéra Paris Pedro Gailhard und verpflichtete ihn sofort für die Saison 1903-04 an sein Haus. 1903-07 war er Mitglied der Grand Opéra von Paris (Antrittsrolle: Lohengrin). Hier wirkte er u.a. 1905 in einer wichtigen Aufführung von Glucks »Armide« mit. Er verlor plötzlich 1907 seine Stimme, mußte seine Karriere aufgeben und lebte seitdem als Pädagoge in Besançon. Zu seinen Schülern gehörten u.a. Louis Guénot und Renée Camia. – Schön gebildete Tenorstimme, die nicht nur das französische Repertoire, sondern auch Wagner-Partien beherrschte.

Seltene Schallplatten der Marken Fonotipia (Paris, 1905) und Odéon de Luxe (Paris, 1905-06).
[Lexikon: Scaramberg, Émile. Großes Sängerlexikon, S. 21456
(vgl. Sängerlex. Bd. 4, S. 3070 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]


Ich schätze diesen Sänger sehr und höre seine Aufnahmen gerne. Bei Michael Scott kommt er nicht so gut weg: er nennt ihn provinziell und bäurisch und betont, dass er gegenüber seinen damaligen Kollegen wie Jean de Reszke und Ernest van Dyk wenig Eindruck beim Publikum machte. Da diese beiden aber fast keine Aufnahmen hinterlassen haben und wir heute nicht mehr den Vergleich haben, kann man sagen, dass er aus heutiger Sicht ein sehr zufriedenstellender Sänger ist. Hier noch der Text von Michael Scott:


EMILE SCAREMBERG (1863-1938), .a tenor whose voice had  the real heroic ring,  made his debut in 1893 at the Opera-Comique, in the title-role of Gretry's Richard Coeur de Lion; the following season  he graduated to the Opera. But he had  none of the stylish attributes likely to commend  him to audiences infatuated with de Reszke. During the next few years he withdrew to the provinces —to Nantes, Vichy, Marseilles, Nice and Bordeaux. Later he went abroad as a guest to the Monnaie, Brüssels, and  to Antwerp, Monte Carlo and Russia. For one season he sang at Covent Garden as Domique in a revival of Bruneau's L'Attaque du moulin, Raoul and Romeo; this last part he shared with de Reszke. Also at Covent Garden that Jubilee season were Salignac, Alvarez and van Dyck (then still in voice); in such company, Scaremberg made no impression. In 1903, after the retirement of de Reszke, the way at last open, he made his rentree into the Paris Opera as Lohengrin, following it with Romeo and Renaud in Gluck's Armide. He was to remain unlucky, however, for before he could establish himself an accident brought his career to an untimely end; during a performance he was seriously injured by some falling scenery.
Scaremberg's records show off a strong, evenly produced voice. In spite of a marked vibrato, the tone is pure, the execution clean and mostly accurate. However, his technique is not remarkable; in Sigurd's entrance from Reyer's opera, the brilliant high notes make an effect but the declamation is not securely based. Elsewhere. in music calling for suave phrasing, there is no real legato. His manner is pedestrian and his style provincial.

Michael Scott, Record of Singing 1977, S. 63



Weitere wichtige Angaben über ihn finden sich im Beiheft der Marston-Edition "Early French Tenors", die alle (?) Fonotipia-Aufnahmen von Scaramberg, teils in verschiedenen takes enthält. Man kann die Tracklist also als eine Art Diskographie betrachten.




Bei Marston sind die Aufnahmen vermutlich besser überspielt als bei meinen Versionen, von denen ich teilweise nicht mehr rekonstruieren kann, wo ich sie herbekommen habe. Die Phrynis-Aufnahmen hat Marston aber auch nicht auf seiner CD. Den Hinweis darauf fand ich auf der Seite eines japanischen Sammlers, woher auch meine Fotos stammen:




Disque Phrynis





Scaramberg Phrynis S-1116

Scaramberg Phrynis S-1117

Hier nun die Playlist, leider ohne die seltenen Phrynis-Aufnahmen.:

Emile Scaramberg, Fonotipia 1905-1906  

1.       Romeo et Juliette: Ah lève toi, soleil (Gounod)       
            xPh 640-2, 39172                                                     
  2.       Romeo et Juliette: Madrigal (Gounod) + Georgette Bréjean-Silver             
            xPh 728-4, Odeon 56051
  3.       Manon: Ah fuyez, douce image (Massenet)
            xPh 641, 39174
  4.       La Reine de Saba: Respirez-moi, grace divine (Goldmark) 
            xPh 656, 39180
  5.       Carmen: Air de la Fleur (Bizet)                                       
            xPh 660, 39178
  6.       Lohengrin:  Ah! respirons (Wagner) 
            xPh 661, 39187
  7.       Werther: J'aurais sur ma poitrine (Massenet)                                                            
            xPh 662, 39179
  8.       Rigoletto: Comme la Plume au Vent (Verdi)
            xPh 663, 39177
  9.       Rigoletto: Ballade (Verdi)    
            xPh 751, 39184
10.       Faust: Salut, demeure chaste et pure (Gounod)
            xPh 752, 56045
11.       Faust: Laisser moi contempler (Gounod) + Georgette Bréjean-Silver
            xxxPh 691 (35cm), Odeon 86001
12.       La Favorite: Ange si pure (Donizetti)                                                                                  
             xPh 734-1, 39359
13.       Cavalleria Rusticana:  O Lola (Mascagni)
            xPh 665-2, 39175-2
14.       Paillasse: Ne grimer (Leoncavallo)                                                                                      
            xPh 733, 39358
15.       Sigurd: Entrée de Sigurd (Reyer)                                                                                        
            xPh 672, 39176
16.       Lakmé: Fantaisie au divins Mensonges  (Delibes)
            xPh 687, 56049-3
17.       Fedora: Air de Loris (Giordano)                                                                                          
            xPh 673, 39173-3
18.       Mireille: Anges Du Paradis (Gounod)                                                                                 
            xPh 686, 39189-3
19.       Manon: Ah fuyez, douce image (Massenet)
            xPh 641-3, 56048
20.       Werther: J'aurais sur ma poitrine (Massenet)                                                                       
             xPh 662-2, 39179
21.       Werther: Pourquoi me reveiller (Massenet)  
            xPh 760, 39186
22.       Mignon: Elle ne croyait pas (Thomas)                                                                                 
            xPh 762,  Odeon 56095
23.       Si j'etais Roi: J'ignore son Nom (Adam)                                                                              
            xPh 763-2,  Odeon 56074

            Tracks 1 - 15 with Piano, Tracks 16 - 23 with Orchestra


Here I present the greatest part of the recordings of Tenor Emile Scaramberg, which I have compiled from different sources. Some biographical informations you'll find above in cutouts from Kutsch/Riemens and Michael Scott. Another valuable source are the liner notes of the edition "Early French Tenors" of Marston Records, which contains a nearly complete list of his known recordings, and the site of a Japanese collector, who shows photos of two sides of Scaramberg on Disque Phrynis, a small French label, from 1907.

There is also a French Wikipedia site, which insists on spelling the name "Scaremberg". 
The same spelling can be found on a foto of Scaramberg on the Japanes website mentioned above:

Scaramberg (Scaremberg ?) als Faust


And here you can watch Ward Marston chatting about Scaramberg while sitting on a sofa with his dog...



I guess his transfers of the records are better than mine, as he always does a very good work, but I hope you can enjoy my recordings neverteless!


PS. If you can supply some recordings not given above or photos (scans) of the Odeon de luxe labels of Scaramberg, you are welcome to contact me and give these additional informations (or music) to the other readers!



Georgette Bréjean-Silver (featured on Track 2 and 11)


Bréjean-Silver, Georgette, Sopran, * 22.9.1870 Paris, † (?): eigentlich Georgette-Amélie Sisout; sie wurde am Conservatoire National in Paris ausgebildet, wo sie Schülerin von Mangin und Crosti war. Debüt 1890 an der Oper von Bordeaux, an der sie u.a. in den lokalen Premieren der Opern »Sapho« und »Esclarmonde« von Massenet mitwirkte und zahlreiche Koloraturpartien aus der französischen wie der italienischen Opernliteratur sang. 1894 kam sie an die Opéra-Comique von Paris (noch unter dem Namen Mme Bréjean-Gravières), wo sie als erste Rolle die Manon in Massenets gleichnamiger Oper sang. Dies war ihre Glanzrolle, und Massenet komponierte für sie zu einer Aufführung in Brüssel an Stelle der berühmten Gavotte eine Bravour-Arie, den sogenannten Fabliau (die lange Zeit in Brüssel gesungen wurde). Sie sang am 24.5.1899 an der Opéra-Comique in der Uraufführung von Massenets »Cendrillon« die Rolle der Fee. Große Karriere in Paris, Gastspiele führten sie vor allem an die Opernhäuser von Nizza und Monte Carlo. in Monte Carlo hörte man sie 1895 in der Titelpartie von Massenets Oper »Manon« und als Lakmé von Delibes, 1896 als Marguerite de Valois in den »Hugenotten« von Meyerbeer und als Leila in »Pêcheurs de perles« von Bizet. Später trat sie hauptsächlich am Théâtre de la Monnaie Brüssel auf. In ihrem Repertoire fanden sich weiter Partien wie die Angéla in »Le Domino nor« von Auber, die Philine in »Mignon« von A. Thomas, die Euridice im »Orpheus« von Gluck, die Rosina im »Barbier von Sevilla«, die Mathilde in Rossinis »Wilhelm Tell« und die Rosenn in »Le Roi d'Ys« von E. Lalo. Sie lebte dann als Pädagogin in Paris. In erster Ehe war sie mit dem Direktor des Opernhauses von Bordeaux Mr Gravières verheiratet, in zweiter Ehe mit dem Komponisten Charles Silver. 1951 lebte sie noch in Courbevois. – Brillant geführte Koloraturstimme von schwebender Leichtigkeit der Tongebung.

Schallplatten: Fonotipia und Odéon de Luxe (Paris, 1905-06). Auf Odéon de Luxe u.a. zwei Arien aus »La Belle au Bois Dormant«, einem Werk von Charles Silver, das sie 1902 kreiert hatte.

[Nachtrag] Bréjean-Silver, Georgette; sie sang im Januar 1902 am Opernhaus von Marseille in der Uraufführung der Oper »La belle au bois dormant« ihres Gatten, des Komponisten Charles Silver (1868-1949).

[Lexikon: Bréjean-Silver, Georgette. Großes Sängerlexikon, S. 2976
(vgl. Sängerlex. Bd. 1, S. 444 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]