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Samstag, 11. August 2012

Alexander Kipnis singt Schumanns "Dichterliebe" (1942)


Today I bring you the Song cycle „Dichterliebe“ by Robert Schumann. It was composed 1840 after poems of Heinrich Heine, and it was published in 1844. The first complete performance as a whole cycle was done by the singer Julius Stockhausen with Johannes Brahms accompanying in 1861.

Here is a fine severe interpretation of Alexander Kipnis with Wolfgang Rose (of whom I know nothing) at the piano. It was broadcasted in America in the year 1943.

Alexander Kipnis in the thirties



On the LP where it was published there are long pauses between the songs. This is uncommon to me, because I first heard this song cycle from Fischer-Dieskau who only made very short intermissions between the songs in his recording. At first I thought that they were maybe made by the LP- manufacturer and I planned to shorten them. Then I heard Kipnis and his pianist in “Ich hab’ im Traum geweinet” (Nr. 13) – the pauses in the song are so long and the two artists  have all time in the world, that I thought that Alexander Kipnis would have made these long pauses even when he performed these songs live, and I left it the way it was on the LP. It is a calm and slow and severe interpretation and a real contrast to Fischer-Dieskau. And it is uncommon to hear this performed by a deep bass…



1.  Im wunderschönen Monat Mai
2.  Aus meinen Tränen sprießen
3.  Die Rose, die Lilie, die Taube, die Sonne
4.  Wenn ich in deine Augen seh'
5.  Ich will meine Seele tauchen
6.  Im Rhein, im heiligen Strome
7.  Ich grolle nicht
8.  Und wüßten's die Blumen, die kleinen
9.  Das ist ein Flöten und Geigen
10. Hör ich das Liedchen klingen
11. Ein Jüngling liebt‘ ein Mädchen
12. Am leuchtenden Sommermorgen
13. Ich hab' im Traum geweinet
14. Allnächtlich im Traume
15. Aus alten Märchen
16. Die alten bösen Lieder


Robert Blass (Bass)


Zum Abschluss als kleine Zugabe eine der frühesten Aufnahmen aus dem Zyklus. Sie stammt von Robert Blass, ebenfalls einem Bass, und entstand im Jahre 1903 für Victor. (Das Lied „Ich grolle nicht“ wurde öfters in frühen Jahren aufgenommen, z.B. von Ernest Van Dyck ca. 1905 in Paris auf Fonotipia, während mir das erste Lied nicht von anderen Aufnahmen her bekannt ist.) Die Aufnahme findet sich auf der Seite der Sächsischen Landesbibliothek Dresden, wo sich unter dem Punkt „Sammlungen - AV-Medien/Mediathek" ca. 2000 alte Schellackplatten zum Anhören überspielt finden. Sie stammen hauptsächlich aus der Sammlung Wilhelm und beeinhalten sehr seltene und frühe Aufnahmen. Der Link findet sich unter „Archiv der Stimmen“ in meine Linkliste rechts. Das Foto von Robert Blass wiederum stammt aus einem sehr interessanten Artikel über Gustav Mahler in New York ("Tristan und Isolde" 1908 an der Met), den ich empfehle:




Blass, Robert, Baß, * 27.10.1867 New York, † 3.12.1930 Berlin; er stammte aus einer deutscher Familie. 1887 kam er nach Leipzig und studierte zuerst Violinspiel, später Gesang bei Julius Stockhausen in Frankfurt a.M. 1892 Debüt am Hoftheater von Weimar als König Heinrich im »Lohengrin« er blieb bis 1897 an diesem Haus engagiert und sang dann 1897-98 am Stadttheater von Lübeck, 1898-1900 am Stadttheater von Bremen.Er gab während dieser Zeit Gastspiele an verschiedenen deutschen Bühnen, so 1897 an der Hofoper von München, 1900 an der Hofoper von Dresden. Man hörte ihn bei den Bayreuther Festspielen 1901 abwechselnd als Gurnemanz und als Titurel im »Parsifal« sowie als Hagen in der »Götterdämmerung«. 1899 wirkte er am Berliner Theater des Westens in der Uraufführung von Heinrich Zöllners »Die versunkene Glocke« mit. Gastspiele an der Londoner Covent Garden Oper 1900 als Hagen in der »Götterdämmerung«, 1901-03 als König Heinrich im »Lohengrin«, als Pogner in den »Meistersingern«, als Landgraf im »Tannhäuser«, als Marke im »Tristan« und als Hunding in der »Walküre«. Es folgte ein Engagement an der Metropolitan Oper New York (1900-10), wo er als Antrittsrolle den Landgrafen im »Tannhäuser« sang. 1909 wirkte er dort in der New Yorker Premiere von Smetanas »Verkaufter Braut« als Kruschina mit. 1905 nahm in Amsterdam (gegen das Verbot von Bayreuth) an der holländischen Premiere des »Parsifal« teil. Dann kam er wieder nach Deutschland, gastierte 1910 an der Berliner Hofoper und war 1913-19 am Deutschen Opernhaus Berlin tätig, wo er 1914 in der Premiere des »Parsifal« die Partie des Gurnemanz übernahm. 1920-22 war er dann abermals an der Neww Yorker Metropolitan Oper im Engagement. Dort ist er insgesamt in 25 Partien und in 234 Vorstellungen (ohne die Aufführungen während der alljährlichen Gastspiel-Tournee des Ensembles) aufgetreten. Von den Partien, die er an der Metropolitan Oper sang, sind zu nennen: der Sarastro in der »Zauberflöte«, der Rocco im »Fidelio«, der Hohepriester in der »Königin von Saba« von Goldmark, der Ramphis in »Aida«, der Gaveston in »La Dame blanche« von Boieldieu, an erster Stelle aber seine Wagner-Gestalten vom Daland im »Fliegenden Holländer« bis hin zum Gurnemanz im »Parsifal«, den er in der denkwürdigen New Yorker Erstaufführung des »Parsifal« am 24.12.1903 vortrug. Er wirkte an der Metropolitan Oper auch in den Premieren der Opern »Manru« von Paderewski (1902), »Der Wald« von Mrs. Ethel Smith (1902) und »Salome« von R. Strauss mit. In den Spielzeiten 1920-22 waren seine Partien an der Metropolitan Oper vor allem der Marke im »Tristan« und der Gurnemanz. Später lebte er in Berlin und wirkte dort als Pädagoge.

Seltene, frühe Victor-Platten (New York, 1903) sowie einige Edison-Zylinder.

[Nachtrag] Blass, Robert; an der Covent Garden Oper London trat er auch als Dogberry in der Uraufführung der Oper »Much Ado About Nothing« von Charles Villiers Stanford auf (30.5.1901).


[Lexikon: Blass, Robert. Großes Sängerlexikon, S. 2292
(vgl. Sängerlex. Bd. 1, S. 342 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]


 


Above you find a very early recording from the Dichterliebe by the Bass Robert Blass. It was made for Victor in 1903 and republished by the IRCC (International Record Collectors Club) in the forties (or fifties ?) Blass was a pupil of Julius Stockhausen, who performed the cycle for the first time! 

I have the recording  from the homepage of the Dresden Saxonian State library, which has on its website ca. 2000 rare shellacks published for listening or, with a few tricks, also for download. The Link: 


http://www.slub-dresden.de/sammlungen/av-medien-mediathek/

Donnerstag, 9. August 2012

Der Geiger Ruggiero Ricci ist tot


Das frühere Geigen-Wunderkind sei am 6.VIII.2012 im Alter von 94 Jahren an Herzversagen gestorben, meldeten BBC und das Fachmagazin für Streichinstrumente, „The Strad”, am Montag. Der Sohn italienischer Einwanderer wurde 1918 in Kalifornien geboren. Er hatte schon als Sechsjähriger Unterricht bei Louis Persinger, der auch Lehrer des 1999 gestorbenen Star-Geigers Yehudi Menuhin war. Bereits mit elf Jahren debütierte Ricci in der New Yorker Carnegie Hall und unternahm wenig später seine erste Europa-Tournee. Ricci war besonders für seine Paganini-Interpretationen bekannt. In späteren Jahren machte er sich auch als Geigen-Lehrer einen Namen.

Ruggiero Ricci at eleven (click on picture to enlarge)


Dies las ich in den Nachrichten. Gerade einen Tag vorher hatte ich eine für mich neue Ausgabe der „Skizzen“ vom November 1932 bekommen, einer Kundenzeitschrift der Schallplattenfirma Electrola. Dort war ein Bild von Ruggiero Ricci als 11-jähriger mit dem Schriftsteller Gerhart Hauptmann und seiner Frau abgebildet. Ich dachte, es hier zu posten, da es wohl ziemlich ungewöhnlich und vergessen ist. Dem ist aber nicht so! Die Salzburger Nachrichten posten in ihrem Nachruf als einziges Foto ein ähnliches Bild aus der gleichen Aufnahmesitzung.


Armer Künstler! Er wird immer nur als Wunderkind erinnert werden. Seine späteren Taten und Leistungen verblassen dagegen…


I found just these days in an old Electrola magazine from Nov. 1932 a photo of the violinist Ruggiero Ricci. It was before I read that he has just has passed, and I thought it would be something special to post this photo here to remember him in an uncommon way. But, as I see now – the Salzburger newspaper brings nearly just the same photo to commemorate him. So: one times “Wunderkind”, always “Wunderkind”, even if you become 94 years old, make hundreds of recordings as a grown up and teach dozens of good violinists: the only thing that survives (at least in the city of Mozart) is the early start at eleven…