Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...

Mittwoch, 6. Juni 2012

Conchita Supervia (1895 -1935)





Hier teile ich mit Ihnen eine alte Rococo-LP mit Aufnahmen der Sängerin Conchita Supervia. Sie war in vielerlei Hinsicht eine herausragenden Künstlerin: eine sehr virtuose Altstimme ohne tantenhaftes Timbre á la Clara Butt, eine ansprechende Künstlerin, die man sich nicht müde hört, und dazu noch eine sehr hübsche mädchenhafte Frau. Hinzu kommt noch eine tragische Lebensgeschichte, die bewegt: Sie starb mit nur 40 Jahren nach der Geburt ihres Kindes. Da hatte sie aber schon eine Gesangskarriere von 25 Jahren hinter sich. Sie hinterließ ca. 200 Aufnahmen aus nur wenigen Jahren bei Ultraphon und beim Lindström-Konzern mit seinen damaligen Marken Fonotipia, Odeon und Parlophon. Das Sängerlexikon schreibt dazu:


Supervia, Conchita, Alt, * 9.12.1895 Barcelona, † 30.3.1936 London; sie stammte aus einer alten andalusischen Familie; ihr eigentlicher Name war Concepción Supervia Pascual. Sie kam mit zwölf Jahren auf das Konservatorium von Barcelona und debütierte 1910 in Buenos Aires mit einer reisenden spanischen Operntruppe in der Oper »Bianca di Beaulieu« von Cesar Stiattesi und in der Zarzuela »Los amantes de Teruel« von Breton. 1911 kam sie in Italien zu ihren ersten Erfolgen, als sie am Teatro Petruzzelli in Bari, damals 16 Jahre alt, als Carmen auftrat. 1911 sang sie in der italienischen Erstaufführung des »Rosenkavaliers« von R. Strauss am Teatro Costanzi in Rom als Partnerin von Hariclea Darclée den Octavian. 1912 bewunderte man sie an der Oper von Bologna als Carmen und als Dalila in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns; 1914 hatte sie glänzende Erfolge an der Oper von Havanna und am Teatro Liceo Barcelona. 1915-16 war sie Mitglied der Oper von Chicago, wo sie als Charlotte im »Werther« von Massenet, als Carmen und als Mignon ihr Publikum begeisterte. Seit 1920 sang sie hauptsächlich an den großen italienischen Bühnen (Teatro Grande Brescia, Teatro Carlo Felice Genua, Teatro Donizetti Bergamo, Teatro Verdi Ferrara) und in Barcelona. Seit 1924 war sie an der Mailänder Scala sehr erfolgreich. Als Antrittsrolle sang sie dort den Hänsel in »Hänsel und Gretel« von Humperdinck mit Ines Maria Ferraris als Partnerin; später feierte man sie dort als Octavian und als Cherubino in »Figaros Hochzeit«. 1926 kreierte sie in einem Konzert an der Scala de Fallas »El amor brujo« für Italien. An der Scala kreierte sie auch 1929 die Concepcion in der Erstaufführung von Ravels »L'heure espagnole«. 1925 begann sie in Turin mit der Neu-Belebung der Belcanto-Opern von Rossini (»L'Italiana in Algeri«, »La Cenerentola«, »Barbier von Sevilla« in der Original-Form mit der Rosina als Alt-Partie), die hauptsächlich deshalb nicht mehr aufgeführt wurden, weil die enormen technischen Schwierigkeiten ihrer Koloratur-Contralto-Rollen von den Altistinnen des 20. Jahrhunderts nicht gemeistert werden konnten. Mit Hilfe ihrer phänomenalen Gesangtechnik erregte Conchita Supervia in diesen Opern 1925 zuerst am Teatro di Torino von Turin, dann in Florenz, Rom, London, Paris und in Südamerika größtes Aufsehen. So sang sie u.a. die Isabella in »L'Italiana in Algeri« in Turin, Madrid, Barcelona, Rom, Paris (Théâtre des Champs Elysées, 1930) und 1935 an der Covent Garden Oper London, »La Cenerentola« in Turin, Paris, beim Maggio musicale von Florenz 1933 und 1934 an der Covent Garden Oper. 1927 sang sie in Turin in der Uraufführung der Oper »Fata malerba« von Vittorio Gui, 1932 an der Opéra- Comique Paris die Titelrolle in der Lehár-Operette »Frasquita«; 1934 wirkte sie in dem englischen Film »Evensong« mit. 1931 heiratete sie den englischen Industriellen Ben Rubenstein und verlegte nun ihren Wohnsitz nach London. Sie starb im Alter von 40 Jahren in London nach der Geburt eines Kindes. Altstimme von besonderer Schönheit; in der Gesangtechnik von größter Virtuosität, im Vortrag sich bis zu dramatischer Leidenschaftlichkeit steigernd. Ihre aparte, typisch spanische Erscheinung auf der Bühne und ihr charmantes, temperamentvolles Spieltalent ergänzten glücklich die Qualität ihrer Stimme. Große Interpretin des spanischen Liedes und der Zarzuela.

Zahlreiche (über 200) schöne Aufnahmen auf Parlophon und Ultraphon, 1927-33 entstanden.

[Nachtrag] Supervia, Conchita; sie studierte am Conservatorio del Liceo Barcelona bei den Pädagogen Goula und Ferrer. 1935 gab sie ihr letztes Konzert in Kopenhagen. - Lit: J. Newton: Conchita Supervia (in »Recorded Sound«, 1973).

 [Lexikon: Supervia, Conchita. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 23639 ff (vgl. Sängerlex. Bd. 5, S. 3392 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]





Ich höre diese Sängerin sehr gerne. Die alten LPs spielen nicht schlecht und die Überspielungen waren für damalige Verhältnisse gut gelungen. Trotzdem muss ich darauf hinweisen, dass es nur eine LP-Überspielung mit Laufgeräuschen ist, die ich mit meinen bescheidenen Mitteln (Software und Tonabnehmer) nicht besser hinbekommen habe. Wenn man die Sängerin in bestmöglicher Qualität hören will, muss man sich die CD-Überspielungen von Marston zulegen. Erstens sind die Aufnahmen (fast?) komplett, zweitens entsprechen die Überspielungen dem bestmöglichen Stand, den man heute erreichen kann, und die Edition ist vorbildlich. Alles ist genau recherchiert und beschrieben, und in den Beiheften findet sich eine komplette Diskographie der Sängerin.
Ich habe die MP3-tracks mit den Tags versehen, die auf der LP angegeben sind. In meiner Playlist unten habe ich die Angaben von Marston verwendet, die korrekter und ausführlicher sind als die Angaben auf dem LP-Cover. Es lohnt sich, seine Webseite zu besuchen:
  

Wenn man herunterscrollt, kommt man zu den Supervia-CDs (4 Doppel-CDs). Sämtliche diskographischen Informationen und die Texte über Supervia sind online zugänglich.





Rococo LP 5230 Conchita Supervia


1.     O che umore stravagante (Canzone del paggio) (A. Sartorio)       
      Odeon (SO6052) 184200                                    6.III.1930
2.      I ZINGARI IN FIERA: Chi vuol la zingarella (Giovanni Paisiello; G. Palomba)  Odeon    
           (SO6042-2) 184229                                                4.III.1930
3       Se tu m’ami (Attributed to Pergolesi; Rolli)       
          Odeon (SO6043) 184200                        4.III.1930
4.       Occhietti amati (Andrea Falconieri)    Odeon (SO6041) 184226          4.III.1930 
5.    EL HUÉSPED DEL SEVILLANO: Las lagarteranas (E. Reoyo; J. Guerrero and L. de Tena)    
         Odeon (Ki4396-2) 188809                                                         21.IV.1931         
6.       Les barraques (Méndez; Gallego)      Odeon (SO 4911) 185010               28.X.1928
7.       Flor y luz (Pedro Puche; Juan Dotras Vila)                                                                      
         Odeon (Ki4928-1) 184276                                                                                31.XI.1931
8.       Les aranyes (Sancho Marraco; Mestres)    Odeon (SO 4697) 185008                  2.V.1928
9.       FARRUCA: From “Triptico” op. 45 (Turina; Maria de las Mercedes de Campoamor and  
         Campoosorio)             Odeon (SO 4908) 185009                      22.X.1928
10.   LA MARCHENERA: La petenera (Moreno Torroba; F. Luque and Gonzalez del Toro)     
         Odeon (xxS 4681-2) 122004                                                               24.IV.1928
11.    L’ultima canzone (Tosti; F. Cimmino)  Odeon (SO6025) 185020   28.II.1930
12.    So sweet is she (“Have you seen but a whyte lillie grow?”) (Ferrabosco, arr. Dolmetsch; 
         Ben Johnson)   Parlophone (LO3005-2) RO20193                17.III.1932
13.   Oh no, John (Traditional; Arranged by Cecil Sharp)                                                 
         Parlophone (LO3004-1) RO20193                                                    17.III.1932
14.   Lullaby, op. 57, no. 2 (Cyril Scott; C. Rossetti)                                               
             (LO3007-2) Historic Masters HMA1                                                17.III.1932
15.   When I bring to you color’d toys [No. 1 from the opera GITANJALI] (John Alden 
          Carpenter; Rabindranath Tagore)    (LO3006-2) Historic Masters HMA1             17.III.1932
16.   A lesson with the fan (Guy D’Hardelot; F. E. Weatherly)                       
         Parlophone (LO3008-2) RO20186                                                                            17.III.1932
17.   Should he upbraid (Bishop; adapted from Shakespeare)                         
         Parlophone (LO3003-1) RO20186                                                                           17.III.1932


Orch. conducted by Antonio Capdevila: Nr. 1-4
Orch. conducted by unknown: Nr. 5, 6, 9, 10
Orch. conducted by Paul Minssard: Nr. 7
Orch. conducted by Modesto Romero (erroneously given Antonio Capdevila on label): Nr. 11
Piano Maria Gil: Nr. 8
Piano Ivor Newton: Nr. 12-17
Recording Places: 
Nr. 1-4, 11 Barcelona
Nr. 5, 7 Paris
Nr. 6, 8, 9, 10 Madrid
Nr. 12-17 London




Here I give you an old Rococo LP with recordings of Conchita Supervia for Download. The quality is average, and I must say as in every case, where I feature the same singers as him:
MARSTON DOES IT BETTER !

If you want to hear Supervia in top quality and in a complete edition which is exemplary as well in sound as in information, you need to have the Marston Edition of the complete Supervia on 4 Double-CDs. I don’t owe it, because it is expensive and I want to exploit my own resources of ca. 1000 LPs and not always buy something new, but my efforts of presenting the recordings are only a small glance of what Ward Marston is able to get out of these old recordings. If your appetite for more has come from my MP3s, take your chance. The first volume of the complete Supervia is already on Marston’s “Endangered Species List” and will be sold out during the next months (?).





1 Kommentar:

  1. Hi, Thanks for such an interesting article and the relevancy. Thank you and Good Luck in your blog. *GOD BLESS*

    AntwortenLöschen