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Donnerstag, 14. Juni 2012

Hermann Weil (1876-1949) und Hermine Bosetti


Hermann Weil, Postkarte von 1907

Ich beginne nun mit der selbstgestellten Aufnahme, hier möglichst viele Aufnahmen von Herman Weil zu veröffentlichen. Zunächst einmal die Informationen über ihn aus dem Sängerlexikon:

Weil, Hermann, Bariton, * 29.5.1876 Mühlburg bei Karlsruhe, † 6.7.1949 (er erlitt einen Herzschlag, als er im Blue Mountain Lake bei New York angelte); er wollte zuerst Volksschullehrer werden, studierte dann aber Musikwissenschaft, Musiktheorie und Dirigieren am Konservatorium von Karlsruhe bei Felix Mottl; seine Stimme wurde durch Adolf Dippel in Frankfurt a.M. ausgebildet. 1900 wurde er Korrepetitor am Hoftheater von Karlsruhe; 1901 debütierte er als Sänger am Stadttheater von Freiburg i. Br. in der Partie des Wolfram im »Tannhäuser«. Von Freiburg aus kam er 1904 an die Stuttgarter Hofoper, an der er bis 1933 sehr große Erfolge erzielen konnte. Er sang in Stuttgart u.a. in der Uraufführung der Oper »Prinzessin Brambilla« von Walter Braunfels (25.3.1909) und in den Premieren der Opern »Salome« (1905 als Jochanaan) und »Elektra« (als Orest) von Richard Strauss und »Der arme Heinrich« von Hans Pfitzner. 1909 gastierte er in Amsterdam als Sebastiano in »Tiefland« von E. d'Albert, 1911 als Kurwenal im »Tristan«. 1912-14 hörte man ihn an der Oper von Boston. Seit 1911 trat er an der Metropolitan Oper New York in sechs Spielzeiten auf (Antrittsrolle: Kurwenal im »Tristan«). und sang dabei 16 Partien (hauptsächlich aus dem Wagner-Repertoire) in 115 Vorstellungen. 1913 übernahm er an diesem Haus in der Premiere des »Rosenkavaliers« den Faninal; er wirkte 1912 in einer konzertanten Aufführung von Monteverdis »Orfeo« mit, 1916 in »Iphigénie en Tauride« von Gluck. Nachdem die USA in den Ersten Weltkrieg eingetreten waren, war er 1917-19 in Amerika als Deutscher interniert. 1919 sang er mit einer aus deutschen Sängern zusammengestellten Operntruppe im Lexington Theatre in New York, doch kam es in dieser unmittelbaren Nachkriesgzeit nicht zu einer erfolgreichen Spielzeit. Er gastierte im Lauf seiner Karriere an der Mailänder Scala, an der Covent Garden Oper London (1913), in Madrid, Berlin und Brüssel. Bei den Festspielen von Bayreuth erwies er sich als großer Wagner-Interpret; hier sang er 1911-12 den Amfortas im »Parsifal« und den Gunther in der »Götterdämmerung«, 1911-12 und 1924-25 den Hans Sachs in den »Meistersingern«. 1920-23 war er an der Staatsoper von Wien tätig. 1923-24 Amerika-Tournee mit der German Opera Company. 1939 mußte der Künstler als Jude Deutschland verlassen und lebte dann in New York als Gesanglehrer. Sein Bühnenrepertoire enthielt über hundert Rollen und gipfelte in den Wagner-Partien des Hans Sachs und des Kurwenal im »Tristan«.

Schallplatten: Odeon (u.a. 2. Akt »Tannhäuser« von 1909), amerikanische Columbia, HMV (seit 1908), Pathé-Platten (Berlin, 1912), Vox (letzte Aufnahmen um 1924), alle in akustischer Aufnahmetechnik.

[Lexikon: Weil, Hermann. Großes Sängerlexikon, S. 25615
(vgl. Sängerlex. Bd. 5, S. 3681 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]

Hermine Bosetti als Hirt in Tannhäuser
 
Da ich selber fast keine Schellackplatten von ihm besitze, beginne ich hier mit Ausschnitten von einer alten Hermine Bosetti-LP. Bosetti war der Liebling der Münchner Oper, wo sie auf Koloratur- und Hosenrollen abonniert war, und nahm am 1. Juni 1911 mit Hermann Weil zwei längere Szenen aus Traviata (eine ihrer Glanzrollen) und Rigoletto auf. Über die Sängerin werde ich demnächst noch einen Einzelartikel schreiben. Hier geht es zunächst um Hermann Weil, dessen Kunst auf den Aufnahmen gut zu erkennen ist, auch wenn die erste Rigoletto-Seite fast nur die Arie „Tutte le feste“ (auf Deutsch) von Bosetti enthält und er dabei wenig zu singen hat. Die Titel der Ausschnitte sind so wiedergegeben, wie auf den Schallplatten und in den Aufnahmebüchern, auch wenn der angegebene Ausschnitt, mit dem die Seite beginnen sollte, bei zwei Seiten nicht mit dem tatsächlich gesungenen Anfang übereinstimmt. In diesem Fall habe ich auch den tatsächlichen Anfang aufgeführt.
Demnächst treffe ich einen Freund, der viele Weil-Platten besitzt und sie mir zum Überspielen leihen wird. Das kann dann zwar noch ein paar Wochen bis Monate dauern, bis das hier veröffentlicht werden kann, aber die Serie wird fortgesetzt.

Hermine Bosetti als Traviata


Hermann Weil und Hermine Bosetti, Playlist

1.  La Traviata: Fräulein Valery…
Odeon XX 76097, xxB 5143
2. La Traviata: Ach, ich verstehe
Odeon XX 76098, xxB 5144
3. La Traviata: Hin ist die Hoffnung (= Saget der Jungfrau)
Odeon X 99653, xB 5141
4. La Traviata: Ich sterbe!
Odeon X 99654, xB 5142
5. Rigoletto: Rede, wir sind allein!
Odeon XX 76099, xxB 5153
6. Rigoletto: Hab‘ ich erst vollbracht (= Ach, weine, weine an meinem Herzen)
Odeon XX 76127, xxB 5154

Hermann Weil, Bariton
Hermine Bosetti, Sopran
Orchestra, conducted by Eduard Künnecke
Recorded: 1.Juni 1911


Here is the first playlist with recordings of the Baritone Herman Weil. His solo recordings will follow in a few weeks or months, as I am still working on loaning the records and transferring them to have them published here. The duets with Hermine Bosetti are fine recordings, and I will bring you solo recordings of Bosetti, too, in the future. For this time, enjoy these two scenes from Traviata and Rigoletto, which were recorded about 101 years ago.

Kommentare:

  1. VERY INTERESTING!!! Thank you for sharing your Knowledge with us. Thank you and *GOD BLESS*

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  2. Thank you for these records! I was surprised by the depth and feeling of Bosetti's interpretations - I have heard little of her but coloratura in the past, and it is good to know that she could play Traviata with real character. Hermann Weil is new to me, but he partners her well as Germont and Rigoletto - though I cannot get used to Verdi in German! Thank you!

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